Silvan Mahler
Silvan Mahler

Silvan Mahler

Mer friluftsliv! — Meine Workation in Schweden

DATUM: 18. Februar 2025

Ende August 2024 bin ich mit meiner Familie in ein spannendes Abenteuer gestartet: eine Workation und gleichzeitig auch Familienauszeit in Schweden. LerNetz hat mir ermöglicht, durch flexibles Arbeiten diesen Traum zu verwirklichen. In diesem Blogbeitrag teile ich gerne Einblicke, Erkenntnisse und meine persönlichen Erfahrungen. Ich erzähle, wie ich meine Aufgaben als Mediendidaktiker und Projektleiter bei LerNetz, das Leben in Schweden als Husky-Doghandler und die Zeit mit der Familie erfolgreich unter einen Hut bringe und warum am Ende alle profitieren: mehr Leben im Freien (friluftsliv) für die Familie, mehr Raum für Kreativität und neue Perspektiven für LerNetz.

«Wieso nach Schweden!? Da gibt’s nur Bäume und Seen!»

Die Frage mit den Bäumen wurde mir einige Male gestellt. Doch es geht um mehr als nur «Wir gehen ein wenig nach Schweden». Inga und ich sind schon immer vielseitig und neugierig gewesen und haben die letzten Jahre bei der Arbeit gemerkt: Es wäre schön, das aktuelle Leben und Umfeld im Büro bzw. Schulzimmer — Inga ist Lehrerin — gegen ein naturnahes Umfeld zu tauschen. Alles auf eine begrenzte Zeit und ohne alle Zelte in der Schweiz abzubrechen.

Konkret hat sich für uns die Chance ergeben, dass wir uns in Lappland als Familie für vier Monate als Doghandler um rund 50 Huskys kümmern durften. Für uns war das Angebot nach kurzer Bedenkzeit eine klasse Möglichkeit, ein Leben mit mehr Arbeit im Freien und anderen Outdoor-Aktivitäten (schwedisch: mer frilutsliv) auszuprobieren — oder anders gesagt: Zeit umzuverteilen und Raum schaffen für andere Tätigkeiten, Kreativität und kleine Projekte.

Unsere Homebase in Sorsele
Unsere Homebase in Sorsele

Zeit umverteilen: Raum für Kreativität, Fokus und Projekte

Eine der grossen Stärken von LerNetz als Arbeitgeber ist die Flexibilität, die mir in meinem Job als Mediendidaktiker und Projektleiter geboten wird. Ich kann mir, wenn ich will und mich dafür einsetze, selbst mehr Raum für Kreativität und fokussierte Projektarbeit schaffen. Und das wollte ich gerne: Die Arbeitszeit meines 80-Prozent-Pensums für ein paar Monate neu und auf andere Art verteilen, um mehr Zeit für meine Familie oder eben die Outdoorarbeit mit den Huskys zu haben.

Rentiersammlung
Rentiersammlung
Zeit für Fotoprojekte mit Personen vor Ort — hier die Rentiersammlung im Herbst in Ammarnäs
Zeit für Fotoprojekte mit Personen vor Ort — hier die Rentiersammlung im Herbst in Ammarnäs
Rentiersammlung
Rentiersammlung

Nach 5 Monaten können wir festhalten: Unsere Workation ist ein Gewinn für alle Beteiligten. Sowohl für uns als Familie als auch für LerNetz.

Wir haben uns im Vorfeld der Workation viele Gedanken gemacht: Wie bekommen wir die zeitliche Aufteilung zustande zwischen Familie, Homeschooling durch Inga, Huskys und Remoteoffice bei LerNetz? Was wollen wir gerne machen und wie schaffen wir den Raum dafür? Wie verhindern wir, dass wir am Ende mehr Arbeit haben als zu Hause?

Unser Plan war, die Woche fix und timeboxed zu organisieren, indem wir jeweils am Vormittag Remoteoffice und Homeschooling einplanen, während die Nachmittage und Wochenenden für Familie, Ausflüge, Husky-Betreuung und eigene Projekte reserviert waren. Die Flexibilität bei LerNetz hat mir erlaubt, mein Pensum zu reduzieren und meine Verantwortlichkeiten innerhalb von LerNetz so anzupassen, dass ich Raum für andere Dinge freimachen konnte.

Alle von uns waren von Anfang an involviert und auch die Mädels waren von Beginn weg voll involviert.
Alle von uns waren von Anfang an involviert und auch die Mädels waren von Beginn weg voll involviert.
Alle von uns waren von Anfang an involviert und auch die Mädels waren von Beginn weg voll involviert.
Alle von uns waren von Anfang an involviert und auch die Mädels waren von Beginn weg voll involviert.
Alle von uns waren von Anfang an involviert und auch die Mädels waren von Beginn weg voll involviert.
Alle von uns waren von Anfang an involviert und auch die Mädels waren von Beginn weg voll involviert.

Ich habe mich also während der Workation auf wenige Projekte fokussiert. Eine interessante Erkenntnis aus dieser Pensenreduktion war, dass Projekte ziemlich speditiv vorwärtsgegangen sind, weil ich mich an vier bis fünf Vormittagen pro Woche sehr bewusst auf die Projektarbeit in festgelegten Kundenprojekten fokussieren konnte. Ich bin gefühlt schneller und konzentrierter mit meiner Projektarbeit vorangekommen. Wenn man «schnelleres oder effizienteres arbeiten» liest, könnte man zu dem Schluss kommen, dass Arbeiten im Remote-Office die beste aller Lösungen ist — allein und speditiv Projekte im Norden Schwedens zu bearbeiten. Kurz: Ist es nicht, denn die reduzierte Arbeitszeit und die räumliche Distanz haben den Nachteil, dass man weniger nahe am Team ist. Zu Beginn war das ok und mal eine interessante Abwechslung (mehr Fokus, weniger Ablenkung). Aber nach ein paar Monaten merkt man, dass es halt doch noch die Präsenz im Büro gibt, welche Gespräche an der Kaffeemaschine ermöglichen und dass ein persönlicher Austausch auch hilft, um in den Projekten gemeinsam vorwärtszukommen.

Schlussendlich kann ich aber sagen, dass die Remotework-Zeit für meine Projektarbeit für LerNetz erfolgreich war und der klare Fokus auf wenige Projekte zu einem Schub in deren Umsetzung geführt hat.

Schöner Arbeitsplatz in Schweden — zahlreiche Teamsmeetings als Remotworker!
Schöner Arbeitsplatz in Schweden — zahlreiche Teamsmeetings als Remotworker!
MS Teams Meeting
MS Teams Meeting

«Soooo weit raus aus der Komfortzone — wie macht ihr das?»

Ich habe unterschiedliche Feedbacks erhalten, als ich unser Vorhaben an das Team und die Kunden kommuniziert habe. Die meisten fanden es cool, einige konnten es sich nicht vorstellen und es kam auch einige Male die Frage: «Wie geht das überhaupt?»

Nun ja … die ehrliche Antwort auf diese Frage ist: Es geht, aber man muss es wirklich wollen und mit dem richtigen Mindset an die Sache herangehen. Ein Spoiler vorneweg: Es braucht Motivation, einen langen Atem, bitzli Organisationstalent und viel Flexibilität bzw. raus-aus-der-Komfortzone.

An dieser Stelle zwei Anekdoten von unterwegs:

Es ist 10.25 Uhr und ich stehe in Umeå vor dem reservierten Co-Workingspace. «unplanmässig geschlossen heute», steht an der Türe. Also los, um 10.30 Uhr ist ein Meeting angesagt und ich brauche einen Arbeitslatz. Lösung: Die Kebab-Bude nebenan erlaubt mir, dass wenn ich etwas kaufe, eine Stunde telefonieren drin liegt. Vorteil: ich habe tolles Licht, weil der Shop von einer Discokugel erhellt wird und telefonieren mit Discolicht geht voll ok.
Besprechung in der Kebab-Bude mit Discolicht … unbezahlbar!
Besprechung in der Kebab-Bude mit Discolicht … unbezahlbar!
Huskies lieben Schnee. Sobald es kälter als 6 Grad wird, wollen sie rennen gehen! Die Realität im Herbst war: Immer wenn ich die für LerNetz geplanten Morgenmeetings angesagt habe, sank die Temperatur unter 6 Grad, und wir mussten mit den Huskies zum Training nach draussen. Vorteil: viel frische Luft. Nachteil: Meetings vorbereiten, Arbeiten erledigen und Meetings ansetzen mit diesem Wetter-Zufalls-Generator ist gar nicht so einfach…
Die Huskys sind immer da, haben Hunger und müssen laufen gehen! Teamsmeeting oder bei Tageslicht draussen mit den Huskys?
Die Huskys sind immer da, haben Hunger und müssen laufen gehen! Teamsmeeting oder bei Tageslicht draussen mit den Huskys?
Die Huskys sind immer da, haben Hunger und müssen laufen gehen! Teamsmeeting oder bei Tageslicht draussen mit den Huskys?
Die Huskys sind immer da, haben Hunger und müssen laufen gehen! Teamsmeeting oder bei Tageslicht draussen mit den Huskys?
Die Huskys sind immer da, haben Hunger und müssen laufen gehen! Teamsmeeting oder bei Tageslicht draussen mit den Huskys?
Die Huskys sind immer da, haben Hunger und müssen laufen gehen! Teamsmeeting oder bei Tageslicht draussen mit den Huskys?

Was aber macht das oben erwähnte Workation-Remotework-Mindset aus? Aus meiner persönlichen Erfahrung der letzten 5 Monate würde ich es so zusammenfassen: Es braucht die Bereitschaft — persönlich und auch als Familie — die richtigen Strukturen zu schaffen, Prioritäten zu setzen und flexibel auf Planänderungen zu reagieren. Es geht darum, Arbeit und Freizeit flexibel zu gestalten und sie bei Bedarf miteinander zu verknüpfen, anstatt sie strikt zu trennen. So entstehen kreative Freiräume, die nicht nur der persönlichen Entwicklung, sondern auch der Familie und der Arbeit zugutekommen. Das bedeutet beispielsweise auch: Wenn es zwischen 10.30 und 14.00 Uhr hell ist, hat nicht das Teams-Meeting Priorität, sondern die Zeit im Freien — statt im Homeschooling oder Remoteoffice zu sitzen.

Die Herausforderung — und gleichzeitig die Chance — besteht nun darin, Teile dieses Mindsets und die wertvollen Erfahrungen mit nach Hause zu nehmen und in den Alltag in der Schweiz einzubinden. Denn das Workation-Remotework-Mindset wäre auch zu Hause sinnvoll — oder was meinst du?

Dieses Mindset vor der Workation innerhalb von LerNetz und gegenüber Kunden klar zu kommunizieren war richtig und wichtig bzw. hat auch ein gewisses Grundvertrauen geschaffen, dass es funktionieren wird. Schlussendlich hat sich während der Monate im Remoteoffice niemand dazu geäussert, dass — ausser fehlender persönlicher Präsenz — etwas nicht funktioniert hätte in Projekten, Kreisen und in der Zusammenarbeit. Ich finde, das sagt viel über die Agilität, das Vertrauen in die Mitarbeitenden oder generell die Werte von LerNetz als Organisation aus und über die Art unserer Geschäftsbeziehungen sowie die Flexibilität und Offenheit unserer Kund*innen. Merci für das entgegengebrachte Vertrauen!

Nordlichter waren ab September an der Tagesordnung!
Nordlichter waren ab September an der Tagesordnung!
Nordlichter waren ab September an der Tagesordnung!
Nordlichter waren ab September an der Tagesordnung!

Hard facts — Vorbereitung, Organisation & Koordination

Wir haben alles in allem ca. 1.5 Jahre vor unserer Abreise damit gestartet, die ganze Sache zu organisieren.

Angefangen bei..

  • der generellen Machbarkeit: Familienbudget, Hausvermietung und den Antrag an die Schulleitung, um die Kinder aus der Schule ins Homeschooling zu nehmen
  • über Abklärungen bei LerNetz (Machbarkeit, Versicherung, Lohn, Projekt-Abschätzungen, Rollen im Team anpassen) und
  • auch Abklärungen zur rechtlichen Situation (danke pack&work für den Support und die Abklärungen Schweden-Schweiz)
  • bis zu praktischen Abklärungen, welche Räumlichkeiten, Tools, Geräte und Kommunikationsmittel ich für meine Arbeit im Remoteoffice benötige. Was braucht es für die Kinder im Homeschooling und wie funktioniert es mit dem Internet, Austausch mit Büro, Kunden und Schule und dem regelmässigen Kontakt mit unseren Familien.

In unserem Fall haben wir die Taktik verfolgt: Bei allen Dingen, welche zentral für den Erfolg unseres Abenteuers sind, gehen wir lieber auf Nummer sicher. Etwa die Frage nach …

  • der Internetverbindung: Welche Abos benötigen wir in Schweden oder welche Anbieter funktionieren für uns vor Ort. Ohne Internet, keine Kundenprojekte für meine Arbeit.
  • meinen Kundenprojekten: Wie viele Projekte kann ich mit einem 20–40-Prozent-Pensum übernehmen und wann kommuniziere ich sinnvollerweise an die Projektbeteiligten.

Für meinen Teil kann ich festhalten: Sehr vieles, was wir geplant haben, hat gut funktioniert. Klar, nicht alle Pläne gehen 100% auf, wenn man sie weit im Voraus plant.

  • Es kam mehr als einmal vor, dass sich Remoteoffice, Huskyarbeiten und der Familienausflugsplan gekreuzt haben und wir umplanen mussten.
  • Die Internetverbindung war an Schlechtwettertagen tatsächlich weniger schnell (manchmal nur 3G)! Danke für die Geduld aller Kund*innen, die mit mir einen Online-Workshop mit 3G-Verbindung erleben durften. :)
  • Projektarbeit als mein Hauptjob ist und bleibt eine flexible Sache, und Projekte verlaufen nie geradlinig. D. h. es hat trotz Pensenreduktion auch mal stressige Tage ergeben, weil sich halt nicht alles gleichmässig verteilen lässt, wie man sich das gerade so wünscht. Jeder Plan ist da, um angepasst zu werden …
Ausblick von unserem Haus am Morgen bei Sonnenaufgang
Ausblick von unserem Haus am Morgen bei Sonnenaufgang

Zum Schluss: «Was hat es gebracht?»

Eine simple Frage — drei Antworten:

  • Für mich persönlich: einen Schatz an Erlebnissen und Wissen! Ich durfte wertvolle Auslandserfahrungen sammeln, neue Kontakte knüpfen, meine Fähigkeiten erweitern und entdecken, dass oft viel mehr möglich ist, als man sich zunächst vorstellt.
  • Für meine Familie: mehr, als wir erwartet hätten! Eine unvergessliche gemeinsame Zeit, voller prägender Erlebnisse und wertvoller Erfahrungen. Diese Zeit wird uns auch nach unserer Rückkehr in einer Weise beeinflussen, die wir vielleicht erst später ganz begreifen werden.
  • Für LerNetz: eine neue Perspektive! Obwohl ich nie ganz weg war, hat mir die Distanz zwischen Schweden und der Schweiz eine neue Perspektive auf LerNetz ermöglicht. Mit diesem frischen Blick kehre ich zurück — voller Energie, inspiriert durch neue Erfahrungen und mit frischen Ideen, die ich in die Organisation einbringen werde.

Merci an LerNetz und alle, die dieses Abenteuer für meine Familie und mich ermöglicht haben.


Hej då — vi ses i bern!

Schöne Erinnerungen von uns allen zusammen mit den Huskys
Schöne Erinnerungen von uns allen zusammen mit den Huskys
Schöne Erinnerungen von uns allen zusammen mit den Huskys
Schöne Erinnerungen von uns allen zusammen mit den Huskys
Schöne Erinnerungen von uns allen zusammen mit den Huskys
Schöne Erinnerungen von uns allen zusammen mit den Huskys

Workation Clip erstellt für pack&work in Åre

Schoggi
Eigentlich lieben wir ja Schokolade, aber darf es auch einmal ein Cookie sein?