
Nick Stalder
Teamtage 2026: Vibecoding, Boomwhackers und der grosse Brot-Notstand
DATUM: 09. Oktober 2026
Hey! Ich bin Nick, Mediamatik-Lernender bei LerNetz. Letztes Jahr hatten mich die Teamtage leider vom Krankenbett aus gegrüsst. Umso motivierter war ich dieses Mal, als es hiess: «Pack deine sieben Sachen! «Dieses Mal bist du nicht nur dabei, sondern schreibst auch gleich den Blogbeitrag dazu!»
Mitte September ging es für das gesamte LerNetz-Team wieder nach Steckborn an den Bodensee, ins See- und Park-Hotel Feldbach. Nach einer gemütlichen Zuganreise und herzlichen Begrüssung vor Ort ging es direkt zur Sache. Zum Einstieg haben wir unsere LerNetz-Prinzipien kritisch hinterfragt, bewertet und aktualisiert.
Über den gesamten drei Tagen stand ein klares Motto: «Experimentieren. Lernen gestalten. Neues wagen.» Und genau das haben wir wörtlich genommen.

(Bild: Nick Stalder)
MAKEathon «Vibecoding»: Wenn Claude AI Überstunden macht
Das Ziel unserer Teamtage 2026 war klar: Wir wollten wieder einmal so richtig ins Machen kommen. Alle zusammen und jede Person für sich. Entsprechend haben wir einen MAKEathon organisiert. Die Aufgabe: In Dreiergruppen sollten wir einen Prototyp für ein Lernerlebnis entwickeln, der unseren Prinzipien für gutes Lerndesign entspricht. Mit dabei war jeweils noch ein «vierter Mann»: Claude AI als Werkzeug fürs Vibecoding.
Willkommen beim «Vibecoding»!
Meine Gruppe hat sich unser hauseigenes Lern- und Autorentool LernFlink vorgenommen. Wir haben zusammen direkt an der Benutzeroberfläche getüftelt und neue interaktive Elemente gebaut. Mein persönlicher Part dabei: eine Funktion, die adaptives Lernen ermöglicht – also Inhalte, die sich dynamisch an den Lernstand der Nutzenden anpassen. Damit knüpften wir direkt an einen unserer Ansprüche an gutes Lerndesign an: Lernangebote sollen auf unterschiedliche Voraussetzungen eingehen und Lernen zu einem positiven Erlebnis machen. Es war faszinierend zu sehen, wie schnell aus einer vagen Idee funktionierender Code und ein greifbarer Prototyp entstehen konnten.

(Bild: Nick Stalder)
Barcamp: Die Sessions bestimmen wir selbst
Experimentiert haben wir aber nicht nur beim MAKEathon. Auch ein Barcamp gehörte dieses Jahr erstmals zu unseren Teamtagen.
Über den Tag hinweg konnten alle ihre eigenen Session-Vorschläge einbringen und gleichzeitig markieren, welche bereits eingegebenen Sessions sie besonders interessierten. Damit am Ende niemand mit Post-its, Strichlisten und komplizierten Tabellen hantieren musste, haben wir auch dafür gevibecodet: Eine kleine App sammelte die Vorschläge und übernahm die Priorisierung anhand der Interessensmeldungen.
Für die Organisator:innen blieb danach nur noch, die ausgewählten Sessions bekannt zu geben und die Räume zu verteilen.
Die Sessions selbst lebten vom Mitmachen: Wissen teilen, Fragen diskutieren, Ideen weiterentwickeln und Themen vertiefen, für die im normalen Arbeitsalltag oft die Zeit fehlt.
So wurde aus einem neuen Format gleich auch noch ein kleines Experiment: Wie kann KI uns organisatorische Arbeit abnehmen und mehr Raum für den eigentlichen Austausch schaffen?

(Bild: Nick Stalder)
Essen, Seeblick und Gründe zum Feiern
Was wären die Teamtage ohne Rahmenprogramm und Wertschätzungen?
Wir durften wieder einige persönliche Meilensteine feiern: Vor den Teamtagen hatten drei neue Mitarbeitende und zwei neue Lernende den Weg zu LerNetz gefunden. Wir haben sie herzlich in unserer Mitte aufgenommen. Die Teamtage sind immer eine schöne Gelegenheit, sich gegenseitig näher kennenzulernen und für «Neulinge» erst recht ein idealer Einstieg.
Auch persönliche Anlässe und mehrere Firmenjubiläen fanden während der Teamtage ihren Platz. Unsere Jubilarinnen und Jubilare haben wir mit persönlichen Würdigungen und liebevollen Geschenken gefeiert.
Das musikalische Highlight gehörte aber ganz klar der Boomwhackers-Band: Für ein Jubiläums-Ständchen der etwas anderen Art rückte sie mit bunten Plastikrohren an und performte einen AC/DC-Klassiker. Sagen wir es so: Es klang … professionell. Oder zumindest ausgesprochen experimentell. Dave Grohl hätte als bekennender AC/DC-Fan vermutlich nicht lange gezögert und gleich mitgeboomwhackt.
Nicht weniger legendär war das Abendessen im Hotelrestaurant. Man sagt uns ja nach, dass wir bei LerNetz grossen Hunger nach Wissen und Handlungskompetenzen haben – an jenem Abend galt unser Hunger allerdings vor allem den Kohlenhydraten. Wir haben am Tisch so beharrlich und fleissig Brot nachbestellt, bis die Küche offiziell vermelden musste: Nichts geht mehr, das Brot ist restlos ausverkauft. Rekord aufgestellt!

(Bild: Nick Stalder)
Wanderst du noch? Oder spielst du schon Fussballgolf?
Fussballgolf! Das ist mein Stichwort, denn da habe ich mitorgansiert.
Ich bin Mansha, KV-Lernende bei LerNetz. Kaum bei LerNetz gestartet, durfte ich schon das Freizeitprogramm der Teamtage mitgestalten.
Am dritten Tag war Bewegung angesagt und die Gruppe teilte sich: Während ein Teil die Natur rund um den Bodensee bei einer Wanderung mit Hütteneinkehr genoss, zog es den Rest auf den Rasen zum Fussballgolf. Was für ein Spass!

(Bild: Nick Stalder)
Ich übernahm an diesem Morgen die Leitung unserer Fussballgolf-Crew. Zugegeben: Ein bisschen nervös war ich schon, denn die Verantwortung für so eine Truppe war Neuland für mich. Zuerst stellte ich sicher, dass alle ihr Lunchpaket vom Hotel gefasst hatten und niemand fehlte. Danach startete unsere kleine Bahn-Odyssee mit mehrmaligem Umsteigen Richtung Müllheim.
Dort angekommen, folgte die nächste Challenge: der Fussweg. Mein Orientierungssinn und Google Maps waren sich nicht ganz einig, und so marschierten wir mit voller Überzeugung in die völlig falsche Richtung! Zum Glück sprang ein Kollege ein und übernahm kurzerhand das mentale Navi.
Als wir die Anlage erreichten, waren die Tore noch zu. Langeweile kam trotzdem keine Sekunde auf. Jemand zauberte einen Volleyball aus dem Rucksack, und so verwandelte sich der Kiesplatz vor dem Areal in ein Spielfeld. Die Stimmung war genial, ich sah lauter lachende Gesichter.
Dann ging es endlich auf den Parcours. Nach einer kurzen Regelerklärung teilten wir uns in drei Teams auf. Bei bestem Wetter kickten wir uns durch die unterschiedlichsten, tückischen Hindernisse.
Den Gesamtsieg holte sich am Ende verdient Tobias – herzliche Gratulation!
Erschöpft, aber glücklich verputzten wir unsere Lunchpakete und genossen die letzten gemeinsamen Stunden. Auf der Heimfahrt forderte das Power-Programm schliesslich seinen Tribut: Kaum sassen wir im Zug, fielen den Ersten schon die Augen zu.
Für mich waren es absolut unvergessliche erste Teamtage!

(Bild: Julia Ruchti)
Fazit
Unser Motto «Experimentieren. Lernen gestalten. Neues wagen.» hätte für diese Tage kaum passender sein können.
Beim MAKEathon Vibecoding hiess es: ausprobieren, verwerfen, weitercoden. Dabei prüften wir immer wieder, wie wir unseren “vierten Mann”, Claude AI, so einsetzen können, dass er zu unserem Anspruch an gutes Lerndesign passt und uns neue Möglichkeiten eröffnet, das Lernen der Zukunft sinnvoll mitzugestalten.
Auch beim Barcamp haben wir Neues ausprobiert und Vibecoding gleich ganz praktisch eingesetzt, um uns die Organisation der Sessions zu erleichtern.
Schliesslich haben wir uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir Lernerlebnisse ermöglichen, die Menschen und Organisationen weiterbringen. Dazu gehört für uns auch, neue Möglichkeiten auszuprobieren und kritisch zu prüfen, was davon unsere Arbeit tatsächlich besser macht.
Beim Fussballgolf erforschten wir dagegen eher experimentelle Ballkurven, über die die Physik wahrscheinlich heute noch rätselt.
Am Ende waren es drei Tage voller neuer Impulse, ehrlicher Lacher, Teamspirit und leergefegter Brotkörbe. Die Teamtage in Steckborn 2026 haben einmal mehr gezeigt, wie viel Energie entsteht, wenn wir gemeinsam Neues ausprobieren.
Auf zu den nächsten Experimenten!


(Bild: Nick Stalder)